Georg-Simon-Ohm-Preis 2007 der Deutschen Physikalischen Gesellschaft

Stephanie Tümmel
Bild: privat

Stephanie Tümmel, Dipl.-Ing. (FH) Physiktechnik

Absolventin der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK)

 

„für ihre grundlegenden Untersuchungen zur Anwendung eines dielektrisch behinderten Plasmas auf die menschlichen Fingernägel zur Verbesserung der Haftfähigkeit der Nagellacke von Naturkosmetik-Firmen“


Laudatio zur Verleihung des Georg-Simon-Ohm-Preises der Deutschen Physikalischen Gesellschaft 2007 an Frau Dipl.-Ing. (FH) Stephanie Tümmel

Frau Dipl.-Ing. (FH) Stephanie Tümmel hat in ihrer Diplomarbeit zum Thema "Plasmabehandlung von Finger- und Fußnägeln mit einem HV-Pulsgenerator" die Anwendung eines dielektrisch behin-derten Plasmas auf organische Oberflächen untersucht. Bisher beschränkte sich der Einsatz des Plasmas vor allem auf technisch relevante Materialien wie Polymere oder Holz. Die Übertragung auf den menschlichen Körper ist eine interessante und aussichtsreiche Erweiterung.


Es handelt sich um eine stark praxisbezogene Arbeit. Dennoch hat Frau Tümmel die theoretischen Grundlagen sehr umfangreich und sorgfältig recherchiert und anschließend genutzt, um hieraus bereits im Vorfeld Konsequenzen für ihre experimentelle Arbeit abzuleiten. Tatsächlich konnte nachgewiesen werden, dass die Plasmabehandlung die Lackierung von Fingernägeln eindeutig verbessert, die Trocknung des Lackes beschleunigt und eine positive Wirkung auf die Nagelhaut ausübt.


Von der UV-Strahlung und der Ozonemission ausgehende mögliche Schädigungen für den Menschen wurden sehr sorgfältig untersucht. Es hat sich gezeigt, dass diese Bedenken offensichtlich unbegründet sind. Die Arbeit von Frau Tümmel wurde in der Fachzeitschrift "Surface Coatings & Technology" (200/2005, S. 671-688) publiziert. Das neuartige Verfahren ist zwischenzeitlich auch patentiert worden. Frau Tümmel hat wissenschaftliche Arbeitsmethoden in ein sonst eher ästhetisches Thema eingebracht und sich dabei auch für die Themen Umwelt- und Gesundheitsschutz eingesetzt. Die bei biologischem Material und bei subjektiver Beurteilung zwangsläufig vorhandenen großen Streubreiten hat sie sauber thematisiert und die Signifikanz ihrer Ergebnisse nachgewiesen.

 

Durch ihre Mitwirkung wird die Markteinführung eines potenziell neuen Produktes sehr wahrscheinlich.
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